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Und Bildung ist doch kein Mythos

Der Lehrer Mansur Seddiqzai liest Aladin El-Mafaalanis neues Buch „Mythos Bildung“. Er weiß: Ungleichheit verschwindet nicht ohne Weiteres. Aber trotzdem: Bildung hilft.

Von Mansur Seddiqzai

Mansur Seddiqzai arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium im Ruhrgebiet. Seddiqzai, selbst Kind afghanischer Einwanderer, berichtet auf ZEIT ONLINE immer wieder über seine Erfahrungen an der Schule. Seine Schwerpunktthemen sind Migration und soziale Benachteiligung.

Aladin El-Mafaalanis neues Buch Mythos Bildung zu lesen, war zunächst einmal eine Zumutung für mich als Lehrer. Bereits der Titel macht klar: Wer glaubt, Bildung würde all unsere gesellschaftlichen Probleme lösen, irrt sich. Er schreibt: „Immer, wenn man nicht mehr weiterweiß, kommt Bildung ins Spiel. Sie ist Lückenfüller und Allheilmittel. Und das ist völlig absurd.“ Damit wirft der Bestsellerautor von Das Integrationsparadox scheinbar alles über den Haufen, was mir in meinem Beruf Hoffnung gibt, nämlich dass Bildung der Schlüssel zu einer gelingenden Zukunft für meine Schülerinnen und Schüler ist, und schließlich die Gesellschaft zum Besseren verändern wird. Ja, das hört sich naiv an, aber daran glaube ich.

Quelle: zeit.de | 11.02.2020