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Studie: Gehen verändert das Sehen, das Denken und das Lernen

WÜRZBURG. Wenn ein Mensch herumläuft, verarbeitet er visuelle Eindrücke anders als in Ruhe und das beeinflusst das Lernen: Doch nur selten werden wissenschaftliche Experimente zur Wahrnehmung in Bewegung durchgeführt. Die Würzburger Neurowissenschaftlerin Barbara Händel will das ändern.

Wie nimmt der Mensch seine Umwelt wahr? Was bewirken die Sinnesreize im peripheren Nervensystem, was im Gehirn? Dafür interessiert sich die Wissenschaft aus vielen Gründen. So bestätigen Studien, dass Menschen in Bewegung besser lernen. Langfristig könnten Erkenntnisse aus dieser Forschung außerdem dazu beitragen, Krankheiten wie ADHS oder Parkinson besser zu verstehen.
Die Wahrnehmung und die zu Grunde liegenden Nervenaktivitäten werden allerdings meistens bei sitzenden oder liegenden Versuchspersonen gemessen, zum Beispiel im Kernspintomografen. Der Kopf ist dabei in der Regel fixiert, und die Probanden sind angehalten, möglichst nicht zu blinzeln. Die Messungen laufen also unter gut kontrollierten, aber eher unnatürlichen Bedingungen ab.

Bei der Verarbeitung visueller Reize macht es aber einen Unterschied, ob der Mensch sitzt oder sich bewegt: Beim Umherlaufen wird der periphere Anteil des Gesichtsfeldes im Vergleich zum zentralen Anteil viel deutlicher ausgelesen als in Ruhe. Das lässt sich sowohl an der Wahrnehmung der Probanden als auch an deren Gehirnantwort nachweisen.

Quelle: news4teachers.de | 24.11.2019