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Schule mit Rassismus

Saraya Gomis war angetreten, um gegen Diskriminierung an Schulen vorzugehen. Dann wurde sie Ziel rassistischer Angriffe. Nun hört sie auf. Wer ist hier gescheitert?

Von Judith Luig

Es war eine kleine Revolution, die deutschlandweit für Aufmerksamkeit sorgte. Berlin führt eine Antidiskriminierungsbeauftragte für Schulen ein. Das Land traut sich, zu sagen: Wir haben ein Problem mit Rassismus an unseren Schulen und wir haben auch jemanden, der sich darum kümmert. Saraya Gomis. Drei Jahre lang ging es gut. Jetzt ist es vorbei. Warum?

Fragt man Saraya Gomis, dann erzählt sie, wie es angefangen hat mit ihr und der Senatsverwaltung vor drei Jahren. Eine schwarze Frau in einem Laden, der aus sehr vielen weißen Männern besteht. Sie sollte auf Einzelfälle reagieren: Wenn eine Schülerin das Gefühl hatte, ihre schlechte Mathenote habe etwas damit zu tun, dass sie ein Kopftuch trägt. Oder ein Lehrer sich dagegen wehrte, dass ein Schüler ihm Rassismus vorwarf. Wenn es zu Gewalt gekommen war. Zu ungerechter Behandlung vielleicht aufgrund von geschlechtlicher Orientierung.
Aber sie sollte nicht nur nach außen arbeiten, sondern auch nach innen, an den Strukturen. An den Schulen wie an der Schulaufsicht. Am System Bildung in Berlin.
Gomis ist eloquent und gebildet, sie redet sofort drauf los, sie gestikuliert viel und lacht. Ganz gleich, ob sie gerade von den Erfolgen oder von den Problemen spricht. Eines der Probleme war sie selbst und diese Art, wie sie redet. Sie sind so raumgreifend, das schüchtert andere ein, hatte man ihr gesagt, erzählt sie. Also versuchte sie, weniger zu gestikulieren. Es klappte nicht besonders gut.

Quelle: zeit.de | 24.07.2019