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Schülerscherze, die schmerzen

An einer Hamburger Schule lernen Jugendliche in Rollenspielen, respektvoller miteinander umzugehen. Das Training würde Schülern bundesweit guttun, doch dafür hat es das falsche Image.

Von Heike Klovert

Es nervt sie, dass Menschen ihre Namen oft falsch aussprechen. Dass sie Deniz, dessen Eltern aus der Türkei kommen, nicht einfach Dennis nennen. Dass sie in Nevas Namen das e langziehen, bis es wie Neeewa klingt und nicht mehr wie Näwa. Dass sie an Abdoul ein a hängen und ihn zu Abdullah machen.
Doch das ist nur eine Seite. Im Leben der Neuntklässler, die in einem Klassenzimmer der Stadtteilschule Öjendorf in Hamburg zusammensitzen, läuft in puncto interkulturelle Kommunikation noch mehr schief.

Sie nennen einander auf dem Schulhof „Kartoffel“ oder „Dönerverkäufer“, aber nur scherzhaft, sagt der 15-jährige Cyprian. Seine Familie stammt aus Polen. Wenn er Freunden von seiner Herkunft erzählt, gibt es welche, die sich gespielt erschrocken an die Tasche greifen und rufen: „Uh, wo ist mein Handy?“

Quelle: SPIEGEL ONLINE | 06.02.2019