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Scheitern als Chance

Lust am Lernen sei tief in der Psyche jedes Menschen verankert, glaubt Alex Beard. Doch die gängigen Lernkonzepte taugten kaum für die Bildungswelt im Informationszeitalter. So reiste der Bildungsexperte um die Welt, um die Schule der Zukunft zu suchen.

Von Martin Mair

Seinem Anfang wohnte kein Zauber inne. Der junge Lehrer Alex Beard startet zwar voller Motivation und mit großen Ambitionen an einer Problemschule in Süd-London ins Berufsleben. Schnell landet er aber im schnöden Alltag: Statt seine Schüler in die Welt von Shakespeares „Romeo und Julia“ zu entführen, kämpft er mit vergessenen Hausaufgaben, verlorenen Büchern und mangelnden Sprachkenntnissen.
Lebenslanges Lernen ist mehr als ein Schlagwort

Nun glaubt Beard felsenfest daran, dass die Lust am Lernen ein menschliches Grundbedürfnis ist und begibt sich deshalb auf die Suche. Er findet Schulen, die Lernerfolge für alle Schüler ermöglichen – unabhängig von Herkunft und Elternhaus. Er trifft Pädagogen, Neurowissenschaftler und Psychologen, die sich mit der Zukunft der Bildung beschäftigen.

Der Autor setzt aus vielen Puzzleteilchen sein großes Bild zusammen: Lebenslanges Lernen, so seine Erkenntnis, ist weit mehr als ein Schlagwort in politischen und gesellschaftlichen Debatten. Es ist eine echte Notwendigkeit im Informationszeitalter und lässt sich nur erreichen, wenn sich die Konzepte von Lehren und Lernen radikal ändern.

Beards Reise auf der Suche nach neuen Ansätzen ist ein temporeicher und farbenfroher Trip durch die Welt der Bildung: Da sind die oft gepriesenen Finnen, die leistungsgemischte Klassen gesetzlich vorschreiben. Hier träumt PISA-Vordenker Andreas Schleicher, der „Schulmeister der Welt“, von durchlässigen und atmenden Bildungseinrichtungen. Und unter der Sonne Kaliforniens betritt der Leser Klassenzimmer, in denen Systeme künstlicher Intelligenz das Unterrichten übernommen haben.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de | 06.07.2019