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Rollenvielfalt fördert kreatives Denken

Auch Kinder wissen schon um ihre Rollen im Leben anderer Menschen: Für ihre Eltern sind sie Sohn oder Tochter, für Oma und Opa das Enkelkind; und Gleichaltrige betrachten sie als Freunde oder Mitschüler. Werden sie an ihre vielfältigen Identitäten erinnert, so lösen sie Aufgaben auch auf vielfältigeren Wegen.

Von Christiane Gelitz

Auch Kinder wissen schon um ihre Rollen im Leben anderer Menschen: Für ihre Eltern sind sie Sohn oder Tochter, für Oma und Opa das Enkelkind; und Gleichaltrige betrachten sie als Freunde oder Mitschüler. Werden sie an ihre vielfältigen Identitäten erinnert, so lösen sie Aufgaben auch auf vielfältigeren Wegen. Zu diesem Ergebnis kam ein Team um Sarah Geither von der Duke University in Experimenten mit rund 200 Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren.

Wie die drei Psychologinnen in der Fachzeitschrift »Developmental Science« schildern, riefen sie einem Teil der Kinder zunächst ihre verschiedenen Rollen ins Gedächtnis, zum Beispiel als Freund oder Freundin sowie Nachbar oder Nachbarin. In der Vergleichsbedingung wurde eine zweite Gruppe von Kindern lediglich daran erinnert, dass sie verschiedene Körperteile wie Arme und Beine haben.

Dann wurden ihnen Aufgaben vorgelegt, zum Beispiel Wege zu finden, wie ein Bär an hoch im Baum hängenden Honig herankommen könnte. Jene Kinder, die an ihre unterschiedlichen Rollen erinnert worden waren, entwickelten daraufhin mehr kreative Ideen wie die, eine Schüssel umzudrehen und daraufzusteigen. Außerdem fielen ihnen mehr Möglichkeiten ein, wie sie eine Reihe von Gesichtern kategorisieren konnten, etwa in lachende und nicht lachende Gesichter anstatt nur nach Geschlecht und Ethnie. Besonders wirksam war die Methode, wenn die Rollen als andauernde Eigenschaften, also mit Substantiven beschrieben wurden, nicht nur in Form von Tätigkeiten.

Quelle: spektrum.de | 08.07.2019