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Privatschulen: Der neue Bildungsmagnet?

Erleben wir derzeit einen Run auf Privatschulen – oder vielmehr eine Flucht aus den öffentlichen Schulen? Warum werden die meisten Waldorfschulen heute in China und im Silicon Valley eröffnet? Und wieso sind es ausgerechnet die Bosse der Internet-Giganten, die den eigenen Kindern medienferne Bildungsmethoden angedeihen lassen? Aber auch in Deutschland nimmt die Zahl alternativer Schulformen zu, vor allem Kinder aus Akademiker-Familien besuchen sie – was die Diskussion über eine Spaltung der Gesellschaft befeuert. Schonraum jedenfalls scheint wieder gefragt. Aber es gibt auch solche Privatschulen, die auf das spätere Leben durch Abhärtung vorbereiten wollen. Was also ist mit der Bildung in diesem Land und andernorts los?

von Reinhard Kahl

In all den Debatten und Aufregungen um Bildung läuft immer auch ein Selbstgespräch der Gesellschaft darüber mit, wer sie ist, woher sie kommt und wohin sie eigentlich will. Selbstgespräch ist keineswegs abwertend gemeint. Es ist seit Platon ein anderes Wort für Denken. Denn Denken, so der Philosoph, ist das Gespräch zwischen mir und mir selbst. Was ja voraussetzt, mit sich nicht einer Meinung zu sein. Dieses mal offensichtliche, häufiger allerdings verborgene Selbstgespräch macht das Thema Bildung spannend und aufschlussreich.

Quelle: NDR | 15.03.2019