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Pädagogische Moden bringen Schüler nicht weiter

Inklusion, Selbstlernen, ein freundlicher Umgang miteinander – das allein bringt niemanden zum Abitur. Das konservative Leistungsprinzip ist besser als sein Ruf

Von Rainer Werner

Wenn man sich heutzutage im Lehrerzimmer zu einer konservativen Pädagogik bekennt, hat man einen schweren Stand. Den vorwiegend jungen Kollegen gehen die Floskeln einer linken Pädagogik flüssig von den Lippen: Kinder aller Begabungen in einer Klasse? Kein Problem! Das Leistungsprinzip im Unterricht? Wichtiger ist ein freundliches Lernklima! Der pädagogische Mainstream, der seit Jahren den gesellschaftlichen Diskurs über Bildung prägt, hat sich auch in den Köpfen vieler Lehrkräfte eingenistet. In den täglichen Gesprächen im Lehrerzimmer kann man dann aber Erstaunliches vernehmen. Wenn ein Mathelehrer erschöpft aus der 8b kommt und klagt: „Wie haben die es nur aufs Gymnasium geschafft?“, gerät die Verheißung vom „längeren gemeinsamen Lernen“ offensichtlich an ihre Grenzen. Spätestens beim mittleren Schulabschluss und vor allem im Abitur kehrt auch das Leistungsprinzip mit Macht zurück. Freundlicher Umgang mit Schülern – eigentlich eine Selbstverständlichkeit – hilft den Schülern nicht über diese Hürden hinweg.

Quelle: welt.de | 19.11.2019