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Müde Teenager: Sollte die Schule später beginnen?

Gerade Jugendlichen fällt es meist schwer, früh aufzustehen und zur Schule zu gehen. Die Wissenschaft bestätigt, dass Jugendliche später einschlafen und auch mehr Schlaf brauchen als Erwachsene. Sollte für sie die Schule deshalb später beginnen?

Von Florian Falzeder

München, kurz vor acht Uhr. Luca ist auf dem Weg zur Schule. Das Aufstehen heute Morgen? Dem 9.-Klässler fiel das ziemlich schwer, er meint, in der Grundschule sei ihm das viel leichter gefallen. Der Schüler hat bemerkt, dass es ihm von Jahr zu Jahr schwerer fällt. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der freiwillig und ohne Wecker bereits um sieben Uhr auf der Matte steht.
Die innere Uhr verschiebt sich

Für Luca vielleicht tröstend: Er ist mit seinem Problem nicht alleine. Sobald Kinder älter werden, verschiebt sich ihre innere Uhr nach hinten – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Das belegen viele Studien, sagt Eva Winnebeck, Chronobiologin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

„Ungefähr ab der Pubertät geht das los, dass die Schlafzeiten rapide später werden. Und ganz besonders betroffen sind Jugendliche zwischen 15/16 und 23. Das sind die mit den spätesten Schlafzeiten in der Gesellschaft.“ Eva Winnebeck, Chronobiologin, LMU

Die Schule aber beginnt um acht Uhr oder noch früher, fast überall in Deutschland – ganz anders als in England, Frankreich oder den Niederlanden. Auch in Bayern könnten die Schulen später anfangen – doch acht Uhr hat sich etabliert, die Kinder verlassen vor den Eltern das Haus. Frühaufstehen und Fleiß gehen hierzulande Hand in Hand. Das Dogma sitzt tief, sogar bei Jugendlichen, die damit ihre Probleme haben.

Quelle: br.de | 09.01.2020