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Keine einzige Minute kreativen Unterrichts

Überforderte Lehrer wie Schüler und Wissensinhalte, die auf Formblättern abgehakt werden können: Die Coronakrise habe Eltern ungeahnte und ernüchternde Einblicke in den Schulalltag ihrer Kinder gegeben.

Ein Standpunkt von Eva Sichelschmidt

Optimismus ist nur ein Mangel an Information, das stellte der Dichter und Dramatiker Heiner Müller fest, lang vor der Erfindung des Internet. Inzwischen leiden wir an einer Art von Überinformation und es scheint so, als wäre Optimismus nie unangebrachter gewesen als heute.

Das gilt auch für unser Schulwesen. Das durch die Pandemie eingeführte Homeschooling brachte uns ungeahnte Einblicke in den Schulalltag der Jüngsten. Was hatte man zuvor schon gewusst? Man war ja nie dabei gewesen.

Eltern neigen dazu, die Lehrinstitute ihrer Kinder zu überschätzen. Wenn man sich für eine bestimmte Schule entschieden hat, will man an ihre Güte glauben, an das, was einem am Tag der offenen Tür geboten wurde und auf den schön gestalteten Internetseiten steht. Erst nach der Unterzeichnung des Schulvertrags folgt die Realität.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de | 24.06.2020