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Informatik für alle

Schülerinnen und Schüler sollen digital denken lernen. Aber Informatik gibt es oft nur als Wahlpflichtfach. Bislang fehlen die Fachlehrer und die Zeit.

Eine Analyse von Julia Bernewasser

Angela Merkel forderte auf einer Digitalkonferenz in Berlin vor drei Jahren, Programmieren müsse zur Basisfähigkeit junger Menschen werden. Wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Vor wenigen Wochen dann rief Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung im Kanzleramt, in einem Interview mit dem Handelsblatt dazu auf, das Fach „Digitalkunde“ ab der Grundschule als Pflichtfach einzuführen. Es müsse ihrer Ansicht nach unter anderem digitales Denken, Programmieren, Datenanalyse, Robotik und digitale Ethik behandeln.

Mit dem Digitalpakt Schule könnte dafür die Basis geschaffen werden. Denn nun darf der Bund WLAN, Laptops und interaktive Tafeln für die Schulen bezahlen. Fünf Milliarden Euro sollen in den kommenden fünf Jahren in die digitale Infrastruktur der Schulen fließen. Aber wird es deshalb auch eine wie auch immer ausgerichtete Digitalkunde geben?

Gibt es doch längst – unter dem Namen Informatik, sagt etwa Lutz Hellmig, Sprecher des Fachausschusses Informatische Bildung in der Gesellschaft für Informatik. „Der Begriff Informatik ist vielen Menschen aber offenbar unheimlich.“ Berührungsängste hätten Menschen aller Altersstufen. Die einzige Lösung dafür: mehr Bildung.

Quelle: zeit.de | 09.05.2019