Allgemein

Flucht nach Fantasia

Blick in virtuelle Abgründe: Das TV-Drama „Play“ zeichnet den Weg in die Computerspielsucht nach und macht so das Krankheitsbild greifbar.

Kurt Sagatz

„Das ist mega. Eine krass immersive Erfahrung“, ruft Jennifer aus, nachdem die 17-Jährige gerade von einem Jüngling mit dem Aussehen eines Orlando Bloom in „Herr der Ringe“ vor der Axt eines Riesen-Orks gerettet wurde. Das Attribut „immersiv“ wird vor allem im Zusammenhang mit Computerspielen in der virtuellen Welt benutzt, wenn der Spieler mit VR-Brille und Datenhandschuhen komplett abtaucht in die simulierte Phantasiewelt. Jennifer (Emma Bading) hat gerade die ersten Schritte im fiktiven VR-Spiel „Avalonia“ unternommen. Mit der Datenbrille streift sie durch die fantastischen Landschaften mit ihren weiten Feldern, den tiefgrünen Wäldern und den im Abendlicht liegenden spitzen Bergen, die an Zauberhüte erinnern, so als wäre es die reale Welt. Real ist bald jedoch nur noch die Sucht nach dem Computerspiel. Das Verlangen, immer mehr Zeit in „Avalonia“ zu verbringen, ständig neue Level zu erklimmen, bis sie nicht nur die Schule vernachlässigt, sondern das Essen und Schlafen vergisst und am Ende sogar zur Gefahr für sich und andere wird.

Quelle: tagesspiegel.de | 10.09.2019