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Ein Testfall für die Zukunft

Seit Jahren wird die schleppende Digitalisierung in der Schule beklagt. In der Coronavirus-Epidemie zeigt sich im Schnelltest, was schon funktioniert und was nicht. Die momentane Krise ist eine dynamische Fortbildung für alle Beteiligten.

„Wir arbeiten über die Lernplattform Moodle Übungssequenzen für Schüler auf, die im Übrigen in Corona-Zeiten sehr gut wären“, erklärt Thomas Dahnke, drei Tage bevor klar wurde, dass alle Schulen in Sachsen-Anhalt schließen.

Er hat gerade eine Krankheitsvertretung übernommen. Eigentlich hat Dahnke anderes zu tun. Er ist stellvertretender Schulleiter in der Landesschule Pforta, einem Begabten-Internat in Trägerschaft des Landes. Statt also selbst im Klassenraum zu stehen, führt er den Unterricht von seinem Büro aus, online, über die Lernplattform Moodle, ein Lern-Management-System. Und über die hauseigene Schulcloud, entwickelt vom HPI, vom Hasso-Plattner-Institut. Aus Sicht von Thomas Dahnke ist das anspruchsvoller Unterricht.

„Die müssen diese Leistung bringen, weil ich diese Leistung abfordern kann. Ich kann ihnen Hilfe geben, ich kann ihnen dort Anleitung geben. Ich kann was von ihnen abfordern, ja. Und das kann ich von jedem beliebigen Ort machen. Und das ist dann das richtige, was ich unter Bildung 4.0 verstehe. Nicht dort ein PDF hochzuladen oder dem dort per WhatsApp etwas zu schicken.“

In der Landesschule Pforta, in den alten Gemäuern einer Zisterzienserabtei, direkt an der Saale, fühlt man sich ein wenig wie bei Harry Potter. Zaubern kann hier allerdings niemand – auch nicht Thomas Dahnke beim digitalen Unterricht.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de | 23.03.2020