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Die unbelehrbare Schulpolitik

Der Bildungsrat der Länder wurde gegründet, um das deutsche Schulsystem zu reformieren. Der Einfluss von Bund und Gesellschaft sollte wachsen. Doch die Chance wurde vertan, klagt Journalist Christian Füller, und fordert das Ende des Bildungsföderalismus.

Der Bildungsrat der Länder war eine politische Tragödie – und zwar eine mit Ansage. Er sollte mehr Gesellschaft und mehr Vernunft in die Bildungspolitik bringen. Doch er starb an Machtpolitik.

Um zu verstehen, was mit dem Bildungsrat möglich gewesen wäre, muss man dieses komplexe Ding erstmal erklären. Der Bildungsrat hatte in den 1970er-Jahren einen glänzenden Vorgänger. Er entwickelte eine Vielzahl guter pädagogischer Ideen. Nur blieb er beinahe wirkungslos, weil er ohne jede Macht war; die Südstaaten ignorierten ihn, irgendwann ging er ein. Den neuen Bildungsrat trugen nun zwei Gründungsideen: Erstens, sollten die Länder und der Bund in der Bildung ständig (und gut) zusammenarbeiten. Zweitens, sollten gesellschaftliche Gruppen, Migranten, Eltern, Schüler endlich mitreden dürfen – und zwar nicht am Katzentisch, sondern regulär. Mit Sitz und Stimme.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de | 25.11.2019