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Die Lehrer und die Politik

Was tun, wenn sich Schüler rassistisch oder demokratiefeindlich äußern? Politische Bildung für Lehrer hilft – aber in der Praxis sieht es oft düster aus.

Von Carolin Wilms

Das Fazit klingt ein bisschen steif. Aber es trifft einen wunden Punkt: Das Ausmaß schulischer Demokratiebildung steigt, wenn die Lehrkräfte über die relevanten Kompetenzen verfügen, dies etwa im Leitbild der Schule verankert ist und in der Aus- und Fortbildung einen hohen Stellenwert hatte. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Demokratiebildung in Schulen“, die im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellt wurde und Ende vergangenen Jahres erschienen ist. Allerdings gab nur ein Sechstel der befragten 1200 Lehrer an, sich im Studium intensiv damit auseinandergesetzt zu haben. In der Referendariatszeit waren es noch weniger. Ist politische Bildung also ein hehres Ziel, das im Alltag bedenklich schrumpft?

„Die Berufsschule ist der letzte Zeitpunkt, an dem wir Jugendliche schulpädagogisch erreichen können“, sagt Rico Behrens, Leiter des Projektes „Starke Lehrer – starke Schüler“, das von der sächsischen Landesregierung und der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt wird. Diese Fortbildung, die seit dem Jahr 2015 viele sächsische Berufsschullehrer wahrgenommen haben, füllt eine Lücke in der Lehrerausbildung in Sachsen: Denn Lehramtsstudenten haben politische Bildung in ihrer Ausbildung bislang nicht auf dem Stundenplan. „Stehen sie dann vor der Klasse und Schüler äußern alltagsrassistische Überzeugungen, dann wissen sie häufig nicht, wie sie reagieren sollen“, sagt Behrens. Er ist Professor für Didaktik der Politischen Bildung an der Technischen Universität Dresden und fordert ein verpflichtendes Modul „Politische Bildung“ für alle Lehramtsstudenten.

Quelle: Frankfurter Allgemeine | 12.03.2019