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„Der ist selber schuld, dass ihn keiner mag“

Ein Experte gibt Antworten zum Mobbing unter Schülern und zeigt auf, was Lehrer dagegen tun können.

Von Karl Dambach

Was genau ist unter Mobbing zu verstehen? Von Mobbing ist zu sprechen, wenn es über einen längeren Zeitraum geht und wenn es durch Lächerlich-Machen, Hänseln, Streiche-Spielen, Isolieren, Intrigen, verbale und/oder körperliche Angriffe geschieht. Außerdem ist es immer gegen die gleiche Person oder einige wenige Personen gerichtet.

Welche Gründe gibt es für Mobbing unter Kindern?Mobbing in der Klasse nutzt Einzelnen, die die Klasse dominieren wollen und als „Chef“ das höchste Ansehen genießen. Viele Schüler und Schülerinnen machen aus Angst mit, weil sie als Mitläufer nicht gefährdet sind, selbst nicht in die ungeliebte Rolle zu geraten. Manche beteiligen sich an der Dehumanisierung, weil sie dann eigene „Minderwertigkeiten“ ausgleichen können (beispielsweise keine Freundin, schlechte Schulnoten, kein Motorrad). Häufig macht es auch Spaß, andere leiden zu sehen; Vorbilder finden sich bei anderen und in den Medien. Die Gründe sind den Kindern und Jugendlichen selbst nur teilweise bewusst.
Mobbingopfer geraten erst in der Schule in die ungeliebte Sonderrolle

Wer ist denn besonders gefährdet, Mobbingopfer zu werden?Gefährdet sind diejenigen, die von der herrschenden Norm in der Klasse abweichen. Das kann zum Guten oder Schlechten sein. Wer sich etwa kein Smartphone leisten kann, kann an Ansehen verlieren. Genauso gut ist es möglich, dass dies keine Rolle spielt. Schüler oder Schülerinnen mit schlechten Noten können verachtet werden oder wegen ihrer Verweigerung des Konkurrenzwettbewerbs bewundert werden.

 

Quelle: fr.de | 23.09.2019