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Der dunkle Faktor der Persönlichkeit

Jede Gesellschaft muss sich mit dem Bösen auseinandersetzen. Für viele indigene Kulturen ist es mit dem Guten untrennbar verwoben, westliche Kulturen suchen traditionell einen Verursacher, einen Dieb oder Mörder. Neue Studien gehen nun einem „Dunklen Faktor“ nach, der in jedem von uns steckt.

Von Mirko Smiljanic

Nichts fasziniert Menschen so sehr wie das Böse. Es ist allgegenwärtig und bedroht jeden, es führt in Versuchung mit einem süßen Gift, dem sich kaum jemand auf Dauer erwehren kann. Jede Gesellschaft, jede Religion, jede Kultur muss sich mit den dunklen Seiten der menschlichen Existenz auseinandersetzen. Was ist das Böse? Wie geht die Gesellschaft mit ihm um? Warum springt manches Böse überdeutlich ins Auge, während es an anderer Stelle und in anderer Form kaum wahrgenommen wird?

München, „Museum Fünf Kontinente“. Ein prachtvoller Bau in der Maximilianstraße, dessen Geschichte weit zurückreicht. 1862 als erstes ethnologisches Museum in Deutschland mit dem Namen „Königlich Ethnographische Sammlung“ gegründet, besitzt es mittlerweile eine der größten völkerkundlichen Sammlungen Deutschlands: 160.000 Objekte außereuropäischer Kulturen haben die Ethnologen gesammelt, 135.000 Fotografien sowie eine Fachbibliothek von mehr als 100.000 Bänden. Hohe Hallen, leicht gedämpftes Licht, nirgendwo Enge – eine angenehme Atmosphäre. Dr. Stefan Eisenhofer, Kurator der Abteilung „Afrika und Nordamerika“, führt an diesem Vormittag durch die Afrika-Sammlung, zeigt große Figuren, kleine Masken und bleibt schließlich vor einer Vitrine mit einem seltsamen, etwa 50 Zentimeter langen und 20 Zentimeter hohen Objekt stehen.

Quelle: Deutschlandfunk | 20.12.2018