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Debatte: Wie sollen Lehrer mit petzenden Kindern umgehen? Soll das Petzen gar bestraft werden?

DÜSSELDORF. Petzen gilt als Unart. Das Wort, das eigentlich nur beschreibt, wenn ein Kind das vermeintliche oder tatsächliche Fehlverhalten eines anderen Kindes einem Erwachsenen – meist einem Lehrer – berichtet, ist negativ belegt. „Verrat“ schwingt mit, auch der Versuch, sich auf Kosten anderer zu profilieren. Laut Duden sind „schwätzen“ und „klatschen“ verwandte Begriffe. Kein Wunder also, wenn Lehrkräfte mitunter irritiert darüber sind, wenn sie mit Schülerklagen über andere konfrontiert sind – wie jene Referendarin, die im Forum von „Referendariat – Selbsthilfegruppe“ auf Facebook ihre Unsicherheit im Umgang mit dem Phänomen gestand und damit eine breite Diskussion auslöste. Wird heute mehr als früher gepetzt? Und: Was steckt überhaupt dahinter?

„Mir ist aufgefallen, dass SuS sich ständig gegenseitig verpetzen. Es gibt gar nicht mehr diesen Zusammenhalt. Ich hätte früher keine Mitschüler verpetzt, niemand wollte als Petze dastehen. An meiner Schule ist das anders”, so berichtet die Referendarin – und fragt in die Runde: „Ich bin mir total unsicher wie ich richtig reagieren soll. Ständig heißt es, schauen sie mal bei Schüler y oder x, der macht dies und jenes. Ich würde den Schülern gerne klarmachen, dass ich petzen für falsch halte. Zusätzlich muss ich aber ja auch diejenigen bestrafen, die Opfer eines Petzers wurden, wenn das Opfer sich nicht an meine Regeln gehalten hat. Schwieriges Dilemma. Hat jemand Tipps/Erfahrungen?“

Quelle: news4teachers | 17.01.2019