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Aufstand im „Club der toten Dichter“

Am 2. Juni 1989 startete „Der Club der toten Dichter“ in den US-Kinos. Regisseur Peter Weir etablierte nicht nur Robin Williams in der Rolle des Lehrers John Keating als ernsthaften sensiblen Schauspieler, sondern schuf mit seinem Film auch ein eindrucksvolles Plädoyer für das freie Denken.

Von Hartmut Goege

Seit 100 Jahren werden die neuen Schüler der Welton Academy in einer Feierstunde auf diese „Tugenden“ eingeschworen. Es ist das Jahr 1959. In dem erzkonservativen, autoritären Jungen-Internat an der amerikanischen Ostküste, einer Vorbereitungsschule für Elite-Universitäten, werden die Söhne einer wohlhabenden Oberschicht nach einem strengen Lehrplan auf ihre späteren Karrieren vorbereitet.

Hinter vorgehaltener Hand aber verkehren die Schüler die Prinzipien der Schule ins Lächerlich-Absurde:

„Gentlemen, die vier Grundprinzipien: Travestie, Ekel, Dekadenz, Lethargie.“

Das ist aber auch schon die einzige, zaghaft-verhaltene Form von Aufmüpfigkeit, die sich die Schüler leisten; bis ein neuer Englischlehrer ihren Unterricht übernimmt.

„O Captain! My Captain! – Wer weiß, von wem das ist? – Keine Ahnung? – Es ist aus einem Gedicht von Walt Whitman, über Mr. Abraham Lincoln. Also, Sie sprechen mich entweder mit Mr. Keating an. Oder, wenn Sie etwas mutiger sind, sagen Sie ‚O Captain, mein Captain.‘“

Quelle: deutschlandfunk.de | 02.06.2016