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Aufbrezeln für die Schulinspektion

Evaluationen sollten Schulen besser und moderner machen. Doch das hat im Föderalismus schlecht geklappt. Macht jetzt jede Schule, was sie will?

Von Julia Bernewasser

150 Seiten lang war das Dokument, das Christiane Kastner für die Schulinspektoren vorbereitet hatte. Sie hatte es mit ihren Kolleginnen und Kollegen in unzähligen Konferenzen diskutiert und geplant. Was ist unser Leitbild? Wie sieht unser Förderkonzept aus? Haben wir einen Schwerpunkt – Musik oder vielleicht Sprachen? Die Grund- und Werkrealschule in Baden-Württemberg arbeitete an Grafiken und Schaubildern. Viele Überstunden flossen in den Bericht und viele Lehrer waren sehr aufgeregt: „Hoffentlich kommen sie nicht in meinen Unterricht“, hieß es.

Als Reaktion auf das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler in der Pisa-Studie wurden seit 2005 in allen Bundesländern Schulinspektionen eingeführt. Sie sollten die Stärken und Schwächen der Schulen feststellen – und diese dabei unterstützen, besser zu werden.

Quelle: ZEIT ONLINE | 27.11.2018